#1

Detlev

Deutschland

Immer an der Küste entlang, von Swinemünde nach Danzig!

Moin Moin liebe Gemeinde,

nachdem ich mit meiner Liebsten im Juni 2015 Südpolen erkundet hatte (siehe Südpolen Juni 2015), war in diesem Jahr der Norden dran.

Unser Ziel war es die Seenlandschaft von Masuren zu besuchen und auf dem Weg dorthin die Ostseeküste entlang zu schippern, äh zu biken. Als Zeitansatz hatten wir uns 13 Tage vorgenommen. Einen genauen Plan gab es nicht, ich meine es wurden keine Routen ausgearbeitet und es wurden auch keine Unterkünfte vorab gebucht. So nach dem Motto: "Der Weg ist das Ziel"

Es ging also ganz locker los, über Land, Richtung Bad Segeberg. Von Bad Segeberg über Lübeck bis kurz hinter Rostock machten wir dann erstmal Meter auf der A 20, die wir kurz hinter Rostock bei Tessin (Blumenstadt an der Recknitz in Mecklenburg Vorpommern, nicht Tessin in den Alpen �), wieder verließen. Über erstmal menschenleere Straßen ging es weiter über Demmin und Anklam auf die Insel Usedom. Da an diesem Sonntag das verlängerte Christi Himmelfahrt Wochenende zu Ende ging, war der Rückreiseverkehr von der Insel Usedom entsprechend. Selbst auf den kleinen holperigen Promilleschleichwegen war der Gegenverkehr ganz ordentlich.

Trabi 601 Cabrio Umbausatz Ostermann

Schloss Stolpe auf Insel Usedom

 

Das erste Etappenziel Swinemünde war erreicht, eine Unterkunft gefunden. Also erstmal prüfen ob die Ostsee noch da ist. Die Wochenendurlauber sind ja alle wieder auf dem Heimweg, darum waren die Strände entsprechend leer.

Ein Lokal etwas abseits vom Trubel haben wir auch gefunden. 

Dieses Café mit Aussichtsturm in einer alten Kirche hatte leider schon geschlossen.

In Swinemünde hatte wir zwei Übernachtungen, so dass wir am zweiten Tag die Mopeds stehen ließen und mit dem Fahrrad auf Entdeckungstour gingen. Die Temperaturen mit über 30°C waren nicht geeignet, um mit Mopedklamotten auf Erkundung zu gehen.

...und schon gar nicht die 308 Stufen vom Leuchtturm zu erklimmen. Von dort oben hat man den perfekten Ausblick auf Swinemünde.

Nachdem ich das Sauerstoffzelt wieder verlassen konnte, bot sich diese belohnende Aussicht...

Was ich sehr interessant fand ist, das die BIELIK-Fähren über die Swine im Stadthafen, in der Zeit zwischen 04:00-22:00 Uhr nur von PKWs mit dem polnischen KFZ-Kennzeichen ZSW, also für die Einwohner aus Swinemünde genutzt werden darf. Davon ausgenommen sind Fußgänger, Radfahrer und Mopeds. Und die Fähre ist Kostenfrei. Ich habe beobachtet, wie Touristen und selbst polnische PKWs mit anderen Kennzeichen versucht haben auf die Fähre zu fahren, allerdings ohne Erfolg, sie wurden abgewiesen. Der Hintergrund dafür ist wahrscheinlich, dass die gesamten Industrieanlagen und der Hafen, also die Arbeitsplätze der Leute, sich auf der anderen Flussseite der Swine befinden. Der Weg zur Arbeit wäre eine Tortur, wenn sich auch noch die ganzen Touristen einreihen würden.

Auf dem Weg zum Leuchtturm an der Ostmole der Swine-Mündung, übrigens der höchste Leuchtturm an der polnischen Küste, kommt man an einem riesigen LNG Terminal vorbei. Die Anlegestelle, wo die Carrier fest machen, ist auf dem Foto unten in weiter Ferne gerade noch auszumachen. Das LNG wird von dort über lange Rohrleitungen zu den Speichern gepumpt.

Verteidigungsanlagen gibt es überall an der Küste...

...und auch kuriose Leuchttürme.

 

Der nächste Ort auf unserer Tour Richtung Osten hieß Łeba, wo sich der Slowinzische National Park befindet. Und ich dachte immer die Saharawüste sei in Afrika...

Die Wanderdüne, etwa 42m hoch und unvorstellbar groß, soll sich etwa 10m pro Jahr ins Land schieben. Die Temperaturen waren gefühlt auch so wie in der Sahara. Man fragt sich echt, wo kommt der ganze Sand bloß her. 

Die Ostsee war nie weit weg und bei der Menge an Menschen...�, kann man auch schon mal barfuss bis zum Ohr reinspringen. Das Wasser war allerdings ganz schön frisch. 

Nach Bernstein zu suchen habe ich gelassen, denn ich hatte zuvor einen interessanten Bericht über einen Mann gesehen, der bei der Suche danach keinen Bernstein fand, sondern Phosphor, den er in die Hosentasche steckte. Phosphor ist zum Verwechseln ähnlich, hat nur den entscheidenen Nachteil. Es entzündet sich bei Körpertemperatur und wird flüssig und klebrig wir Baumharz. Bei dem Versuch es aus der Hosentasche zu nehmen, die Hosentasche brannte mittlerweile, nahm der Wahnsinn seinen Lauf. Auch die Hände fingen an zu brennen. Man wird das Zeug einfach nicht mehr los. In einer Ostseeklinik in Greifswald müssen jährlich mehrere Opfer behandelt werden.

Am Abend noch einen schönen Sonnenuntergang genossen...

 

...und dann ging es weiter. Genug von Wüste, Strand und Kiefernwälder fuhren wir über kleine Straßen nach Danzig, die 1000 jährige Stadt. Die Wiege von Solidarność. Hier würde eine Woche nicht reichen um sich alles anzusehen. Eine Stadtrundfahrt ist schon angebracht, um sich einen Überblick zu verschaffen. Danach kann man vieles zu Fuss erkunden. Wir hatten drei Übernachtungen und ein tolles Fischrestaurant gefunden.

Die Flaniermeile von Danzig am Mottlau-Ufer.

Das berühmte Krantor.

Die historische Altstadt ist echt sehenswert, hier der Neptunbrunnen vorm Artushof und das Rechtstädtische Rathaus

Einen Tag nutzten wir um nach Marienburg zu fahren, das größte aus Backstein errichtete Bauwerk der Welt, die gleichnamige imposante Marienburg bewundern. Drei Stunden muss man dafür einkalkulieren. Es war anstrengend, hat sich aber gelohnt. 

Auf dem Weg zur Marienburg setzten wir östlich von Danzig mit einer kleinen etwas abenteuerlichen Fähre über die Weichsel. Hier zu sehen, das Boot, das die Fähre auf die andere Uferseite drückte.

Die Weichsel-Mündung in die Ostsee ist in Sichtweite.

Die Staustufen vom Elblag-Kanal, wo die Schiffe, anstelle von Schleusen, mit einen Wagen und schiefer Ebene in die Höhe befördert werden, haben wir auch besucht aber leider kam kein Schiff. Das hätte ich gerne gesehen.

Das war nur ein Teil unserer Eindrücke der Tour. Es war die ganze Zeit brütend heiß und die Temperaturen in Masuren sollten noch zulegen. Wir haben daher beschlossen den Rückzug anzutreten und nicht mehr zur maurischen Seenlandschaft zu fahren. So sind aus 13 Tagen wunderschöne 10 Tage geworden. Von Danzig sind wir geradewegs Richtung Heimat, aber nicht ohne einen Zwischenstopp mit Übernachtung im Gutshaus in Alt Tellin. Das Gutshaus Alt Tellin ist eine Bikerunterkunft in Mecklenburg Vorpommern, die ich noch von früher in Erinnerung hatte.

Als Reiseunterlagen hatte ich den Reiseführer "Polen, Ostseeküste und Masuren" vom Verlag Reise Know-How

Landkarte "Polen Nord" vom Verlag Reise Know-How im Maßstab 1:350.000

Das Magazin GEO Spezial Polen

 

So, jetzt geht's im August noch einmal für eine Woche ins Sauerland.

Außerdem muss ich mich verschärft um die S-N-S Tour kümmern. 

Also bis bald und

LG Detlev


Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Detlev« (15.06.2019, 22:03)
#2

Manfred

Deutschland

Klasse Reisebericht und wieder wunderschöne Fotos, die richtig Lust auf Meer machen, vielen Dank fürs Einstellen!

#3

Michael

Deutschland

Daumen hoch, Detlev

super Bericht mit tollen Fotos!

Beste Bikergrüße, Michi

#4

Èrdna

Österreich

Toller Bericht, Detlev!

#5

Lutz

Deutschland

Da bekommt man direkt Fernweh! Top!

😉

Gruß Lutz

#6

Elke

Deutschland

Moin Detlev,

auch von mir ein dickes Lob zu Deinem Bericht. 👏👍

Gib doch Bescheid, wenn Du Dich auf den Weg ins Sauerland machst - vielleicht können wir uns dort treffen oder Du machst einen Zwischenstopp bei uns.

Liebe Grüße aus Münster

Elke und Thomas

#7

Detlev

Deutschland

Moin Moin,

vielen Dank das Euch die Zeilen und die Fotos gefallen haben. Das waren tolle 10 Tage, mal ohne große Vorplanung einfach drauflos. 

@Elke und Thomas, ja das wäre doch eine sehr gute Gelegenheit sich mal persönlich kennenzulernen. Der erste Teil der Anreise geht über die A7 bis Hildesheim und dann wollen wir über das Weserbergland ins Sauerland schwingen. 😎

Unsere Sauerlandwoche geht vom 11.-18.08. Als Unterkunft haben wir den Landgasthof "Haus zur Sonne" in Hallenberg/Hesborn gewählt. Wir werden am Sonntag zu viert anreisen, weitere 27 Personen folgen am Donnerstag.

Ihr habt das Sauerland ja praktisch vor der Haustür. Ich würde es toll finden, wenn wir uns irgendwann, je nachdem wie es passt, treffen könnten. 😊

Also bis dann.

LG Detlev

#8

Elke

Deutschland

Moin Detlev,

habe mir den Termin, an dem Ihr im Sauerland sein werdet, eingetragen. Den Landgasthof "Haus zur Sonne" kenne ich - eine gute Wahl. Werde mal sehen, ob es irgendwo in der Nähe am WE ein Zimmer für Thomas und mich gibt. Dann wäre ein Treffen bzw. Kennenlernen glatt drin. Wir werden sehen und bleiben in Kontakt.

LzG Elke

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