#1

Winfried

Deutschland

Tagestour durch die südliche Eifel, Trier - Nürburgring - Cochem

Hallo Gemeinde!

Ich möchte euch eine Tour durch die Eifel vorstellen, die ich so ähnlich Anfang September 2019 gefahren bin.

Los geht's in Trier, ein ziemlich optimaler Ort für das Quartier, falls man noch weitere Ausflüge z.B. Richtung Luxemburg oder den Hunsrück machen will. In der Stadt gibt es selbst einiges zu sehen und abends hat man das Flair einer ausgedehnten Innenstadt mit jeder Menge Möglichkeiten, um noch schön irgendwo draußen zu sitzen und den vergangenen Tag zu rekapitulieren oder den nächsten zu besprechen.

Wir fahren also auf die linke Moselseite Richtung Ehrang. Dort wird es endlich ländlich-kurvig, wenn wir ins dunkle Tal der Kyll abbiegen. Allmählich gewinnen wir an Höhe und kommen schließlich in der offenen Eifel-Landschaft an.

Die Straßen sind hier in gutem Zustand, meist weitläufig und gut einsehbar. Die abwechslungsreiche Landschaft breitet sich im Sonnenschein aus, es ist einfach herrlich. Wenig später fahren wir direkt an der Spangdahlem Air Base vorbei, inklusive Blick auf einen Düsenjäger am Haupttor. Die Air Base ist riesig und da die Landstraße in etwa parallel zur Startbahn verläuft, kann man sich gut vorstellen, was hier noch vor 30 Jahren tagtäglich so abging. Heutzutage ist es wohl etwas ruhiger geworden.

Wir kommen immer weiter nach Norden, und stoßen nun in die Vulkaneifel vor. Die Namen auf den Wegweisern haben oft was mit bekannten Mineralquellen zu tun, Daun oder Gerolstein z.B. Späte Zeugnisse der einst bewegten Vergangenheit sind die Kraterseen, die sogenannten Maare. Doch zunächst kommen wir nach Manderscheid, wo unser Blick auf die Burgruine fällt. Hier lohnt sich ein kurzer Stopp.

Bildquelle: Der ursprünglich hochladende Benutzer war Azhai in der Wikipedia auf Deutsch [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/)]

Anschließend geht es weiter nach Daun. Die Straße führt direkt am Totenmaar oder Weinfelder Maar vorbei, so daß wir die Gelegenheit warnehmen, um einen kurzen Spaziergang zu machen.

Weinfelder Maar

Weiter geht's nach Norden, auf größtenteils leeren Straßen zielen wir Richtung Hohe Acht, der höchsten Erhebung (747m) in der Eifel. Auf den Wegweisern taucht nun der Nürburgring auf, manche Kreuzung ist offensichtlch für sehr viel Verkehr ausgelegt. Wir fahren zunächst noch vorbei, unterqueren kurz die Nordschleife in Richtung Adenau. Hier liegt der nördlichste Punkt unserer Rundreise, wir haben jetzt gute 100km hinter uns. Wer mag, findet im malerischen Adenau genügend Möglichkeiten für eine Pause und einen kleinen Imbiss.

Wir nähern uns dem Ring nun von Norden und machen Halt an der Einfahrt für die Touristenfahrten. Das Wetter ist herrlich, für den Ring fast ein Glücksfall, es ist viel wärmer als selbst die besten Vorhersagen das vermuten ließen. Die Anzeigetafel verrät uns, daß die Asphalttemperatur bei weit über 30° liegt. Die Strecke ist heute reserviert für eine spezielle Veranstaltung, jede Menge Porsches, einige Lamborghinis, Maseratis und sonstige sehr teure Sportwagen sind unterwegs. Sogar ein Tesla will beweisen, daß er nicht nur für kurze Beschleunigungsorgien taugt...

 

Wir verlassen den Ring Richtung Osten, um kurz darauf nach Süden, auf unser zweites Ziel, die Mosel zuzusteuern. Wieder werden die Straßen leerer, es ist kaum Verkehr. So können wir uns ganz auf die engen Kurven beim Anstieg auf die Eifelhöhen hinter Monreal konzentrieren. Hinter Kaisersesch beginnt der allmähliche Abstieg ins Moseltal, und während wir auf Cochem zusteuern verdichtet sich der Verkehr dann deutlich. So wird die Talfahrt auf der schönen und kurvigen L98 hinunter zur Mosel doch ziemlich ausgebremst.

Cochem ist eine der größeren, touristisch intensiv genutzten Ortschaften an der Mosel. Man kann kaum glauben, daß der eigentliche Ort nur ca. 5000 Einwohner hat, gefühlt sind dort mindestens doppelt so viele Besucher unterwegs. Wir machen da auch mit und stellen unsere Motorräder für eine Runde durch die Altstadt ab.

Bildquelle: Kai Pilger [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)]

Nachdem wir uns mit einem Eis gekühlt haben, geht's weiter. Wir folgen dem Moselufer stromaufwärts, genießen das warme Wetter und den schönen Blick auf den Fluß und die steilen Hänge mit den Weinbergen und Ortschaften. Fahrerisch ist das wie eine Pause, denn hier sind ständig Busse und Autos unterwegs, da läßt man sich am Besten einfach treiben. Nach 5km haben wir genug geschlafen, es kommt ja später noch so ein Abschnitt. Wir biegen rechts ab und nehmen die hervorragend ausgebaute B259 um Höhe zu gewinnen. Leider hat man hier ein Tempolimit von 50km/h ausschließlich für Motorräder verhängt, mit dem Auto darf man 70 fahren. Kann sein, daß wir unsere Tachos nicht zu jeder Zeit voll im Blick hatten...

Bei Nehren stoßen wir wieder auf die Mosel, lassen es nochmal ruhig angehen, um uns dann in Bremm vom Fluß zu verabschieden. Serpentinenartig windet sich die L106 den Hang hinauf, ein Blick hinunter ins Tal lohnt sich definitiv. Von Bad Bertrich bekommen wir gar nichts zu sehen, die Ortsumgehung führt durch zwei Tunnel.

Wir biegen auf die L106 Richtung Lutzerath ab, freuen uns über die kurvenreiche Strecke die vor uns liegt, geben kurz Gas und greifen sofort wieder in die Bremse. Was auf der Karte so toll ausgesehen hat, ist in Wirklichkeit eine holperige Buckelpiste. Das macht keinen Spaß, trotz tollem Verlauf kann man die Auffahrt nach Kenfuss nicht genießen. Bis auf ganz wenige kurze Abschnitte ist das bisher die schlechteste Strasse für heute und soll es zum Glück auch bleiben.

Über Lutzerath und Gillenfeld, nochmals vorbei an einem Maar, beenden wir den kurzen Ausflug nach Norden und wenden uns wieder in südlicher Richtung. Über Wittlich nehmen wir Kurs auf Trier, der schöne und flott durchfahrbare Kurvenbereich auf der B422 vor Quint beendet die Landpartie, ab jetzt sind wir wieder in der Stadt.

Wir vermeiden die im Feierabendverkehr chronisch überlasteten Trierer Brücken, wechseln schon in Ehrang die Moselseite und fahren das kurze Stückchen über die A602 zurück in unser Quartier. Abends sitzen wir bei einem Porz Viez, respektive diversen Bitburger Pils noch schön in der lauen Spätsommernacht an der Porta Nigra, winken kurz rüber zu den Chinesen an der Karl Marx-Statue und genießen das Leben.

 

Beste Grüße: Win

 

Anmerkung: Wir sind keine großen Bildermacher, dauernd anhalten und knipsen ist nicht drin, wir fahren lieber. Deswegen die zwei Fotos aus dem Fundus von Wikimedia. Sie dürfen vervielfältigt, verbreitet und öffentlich zugänglich gemacht werden. (Creative Commons Lizenz)

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Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal bearbeitet, zuletzt von »Winfried« (16.09.2019, 15:50)
#2

Manfred

Deutschland

Servus Win,

eine schöne Tour hast da eingestellt, vielen Dank für´s Zeigen. Deine GPX ist schon vorgemerkt. Die Mosel ist ein klasse Motorradrevier, mal ganz ohne hohen Berge. Wie hieß denn euer Quartier in Trier?

Bikergruß, Manfred


Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal bearbeitet, zuletzt von »Manfred« (17.09.2019, 05:27)
#3

Wolfgang

Deutschland

Servus Win,

eine schöne Tour hast da eingestellt, vielen Dank für´s Zeigen. Deine GPX ist schon vorgemerkt. Die Mosel ist ein klasse Motorradrevier, mal ganz ohne hohen Berge. Wie hieß denn euer Quartier in Trier?

Bikergruß, Manfred

Hallo Manfred,

ja, die Tour ist toll. Von wo kommst du denn? Ich kann dir die Unterkunft http://www.islekhoehe.de/

empfehlen. Liegt mitten in der Eifel (Krautscheid) und nicht weit von Lux. entfernt. Weitere Hinweise gerne.

Gruß

Wolfgang

#4

Winfried

Deutschland

Hallo Manfred!

Wir waren im Hotel Pieper in der Thebäerstraße. Ein einfaches Stadthotel mit gutem Service -die Motorräder konnten untergestellt werden- und einem sensationellen Frühstücksbuffet. 5 Gehminuten bis zur Innenstadt, wo dutzende Restaurants und Kneipen auf die Touris warten... 😉

Gruß: Win

 

#5

Èrdna

Österreich

Servus Win,

schöner Bericht, danke!

LzG,
André

#6

Manfred

Deutschland

Vielen Dank an den Win und den Wolfgang für die prompte Rückinfo. Ebenfalls notiert.

Sehr reizvolle Gegend, die ich von geschäftlichen Reisen kenne. Ob das mal mit dem Moped klappt? Wir werden sehen...

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