wir sind wieder daheim; hier die wichtigsten eckdaten:
flug bei ryanair: 100€ hin und retour mit kleinem handgepäck-rucksack (kommt später ins topcase. plus insgesamt 90€ aufzahlung für sitzplatzwahl und ein 10kilogepäck zum aufgeben, da der helm nicht ins handgepäck passt. also helm und kleidung in eine wasserdichte gepäckrolle mit insg. 10kg gepackt (kommt später mittels gepäcknetz aufs moped) und aufgegeben.
die schwere hose und jacke mussten wir anziehen, weil zu schwer.
buchung der mopeds bei eurodriver im vorfeld unkompliziert.
yannis schreibt gleich auf deutsch zurück. er hat nur ein ziel: dass du eine geile zeit hast. er war schon mal in einer motorradreisezeitung als empfehlung (weiss nicht mehr welche). er hat 100 mopeds, 150 autos, buggies, quads…und wartet alles selbst, damit es zu möglichst wenigen pannen kommt. das problem auf der insel ist, dass ersatzteile 2 wochen brauchen. bei den meissten marken gibt es nichtmal in athen ein zentrallager.
die drei söhne arbeiten mit und haben uns geile videos von ihren offroadaktionen gezeigt-u.a. mit der guzzi v85
.
bei pannen kommen sie selbst mit dem pick-up so schnell es geht-offiziell aber nur auf öffentlichen strassen. kommt es irgendwo in der botanik zu pannen, wird wahrscheinlich ein teil der per kreditkartengarantie einbehaltene kaution von 900€ schlagend. aber am besten ist es jedenfalls, bei ihnen anzurufen-sie sind mega hilfsbereit. bei uns haben sie den braten gleich gerochen (leichte mopedwahl) in welche richtung es geht. so gab es gleich ein paar deftige tips für anspruchsvolle routen (zb. tripti schlucht mit wasserdurchfahrt und nach den vorwöchigen unwettern ausgewaschen).
wir haben noch 70€/tag bezahle, jetzt ist es schon teurer.
die saison beginnt ende märz mit milden temperaturen. heuer gab es ja anfang april unwetter und saharahstaub. man kann auch kurtfristig buchen, weil es genug mopeds und zimmer gibt. auch das griechische ostern (julianischer kalender-heute ist ostersonntag) ist ein guter termin, weil die kreter dann noch fröhlicher und in feierlaune sind. normaltemperetatur so um 20C, auch auf 1500müM noch sehr angenehm. am abend oft noch windig und daher kühl-kurze hose geht immer
.
topcase ist dabei, phoneholder kostet 1x 10€. meine navihalterung hatte ich mit, beide mopeds haben usb. werkzeug zur montage bekam ich vort ort. man könnte auch ein gepäckstück im verleih deponieren, saubere helme ausleiheihen, manche modelle gibts mit seitenkoffern…
wir wurden am flughafen pünktlich abgeholt und zum standort in stalida gebracht. am ende fuhren sie uns ins hotel nach heraklion zurück (jeweils 25 min.).
dann gehts los! gleich mal rauf auf das hochplateau südlich von stalidas, nach mochos. wir waren baff, wie perfekt der strassenzustand war und wie schön sich die strassen ins gelände fügen. nachdem das gelände eher terrassenartig und nicht so steil ist, geht es weit rhythmischer zur sache als etwa in den dolomiten.
so blieb es die ganzen sechs tage, wo wir den ganzen ostteil der insel (westl. punkt matala und nida hochebende) bereisten. verkehr gleich null, einer gruppe von 7 bikern begegnet und einen einzelfahrer mit teneré am observatorium getroffen. ansonsten nur ein paar gemächliche toyota, nissan, ford pickups am weg.
allerdings haben wir gleich nach einer halben stunde die natur gesucht und gefunden.
die planung der offroadsektionen erfolgte über kurviger, wo offroadstrassen rot gekennzeichnet sind. garmin zumo xt ist im großen und ganzen gut mitgekommen, hat aber machmal eigenmächtig andere wege gewählt, die 2-3 mal unfahrbar waren. im abgleich mit google maps kamen wir immer zu einer lösung.
viele pisten in den bergen werden von den schaf-und ziegenbauern befahren, sodass man an den spuren sieht, dass es zumindest irgendwohin geht
. selten sind es kompakte schotterpisten, sondern tiefe und ausgewaschene sektionen, aufgrund des vergangenen starkregens.
einmal mussten wir im steilen gelände mühsam umkehren, da tiefe gräben für uns unfahrbar erschienen. man soll ja immer mitbedenken, dass man die besagte stelle im falle einer umkehr auch von der anderen seite (je nachdem von oben oder unten
) schaffen sollte. das braucht einen kühlen und klaren kopf.
besonders tief ist der gipfel des afentis stavromenos, der gerne von jeeps befahren wird. dieser bietet jedoch einen überwältigenden ausblick aufs meer.
die triptischlucht direkt in eine bucht am meer ist ein hotspot, mit geführten landi-touren.
unser highlight ist die asphaltierte traumauffahrt von mirtos (südküste) bis riza, die dann in schotter übergeht. dort war der schotter sehr kompakt und wir erreichten eine paradiesische almenlandschaft mit seen und schaf/ziegenweiden.
die absperrungsgatter für die herden mittels elementen aus baueisen/gitterrosten sind nur mit draht fixiert. diese wurden von uns immer wieder sorgfältig geschlossen und verdrahtet.
wir wurden selbst in den abgelegenen gegenden nie beschimpft sonder immer nett gegrüsst. auch wenn wir uns in den bergdörfern mal verfahren haben und in den verwinkelsten gassen gelandet sind, wurde uns freundlich zugewunken. generell wir in kreta jede freundlichkeit sofort erwiedert!
weiterer fixpunkt ist das observatorium auf der nida-hochebende im saharastaubigen schnee. die überfahrt von süd nach nord ist im oberen plateauteil über 20km nur auf schotter möglich.
zimmer: da sind wir anspruchslos: für eine dusche und die 8h schlaf braucht es nicht viel. wenn ich das meer rauschen höre, schlafe ich sowieso gleich besser. zwischen 40 und 57€ für das doppelzimmer gab es sowohl basic (mit dusche im ehem. schafstall) als auch modern incl. vollem frühstücksbuffet (infinity city boutique hotel, heraklion).
übernachtet haben wir immer am meer.
sprit 2,20, bier 5, essen leicht unter unserem niveau aber: immer gibts beilagen, appetizers, süsses und raki gratis dazu. running gag von eugen: am besten nur wasser bestellen und das volle menü genießen
!
von der freundlichkeit soll man sich was abschneiden, durch das allseits perfekte englisch gibts ständig nette begegnungen und plaudereien.
beim 40€-zimmer bekamen wir zur begrüßung ein ostergebäck, 2 bier und einen kaffee. den 10er haben wir freiwillig gespendet
!
matala: ist ein freilichtmuseum geworden. es gibt busparkplätze für hunderte busse (tagesgäste). jetzt war es leer. die bucht ist aber ein prachtplatz mit sonnenuntergang und heimeliger atmosphäre am zentralen platz. viele der ehemaligen einheimischen hippies sind heute millionäre, weil sie zur rechten zeit am richtigen ort einen stand oder ein lokal eröffnet haben.
bankomatzahlung muss immer möglich sein, wird aber nicht immer geliebt, außer an den tankstellen. manchmal wird man höflich gebeten, bar zu zahlen; argument: von 10 verdienten € gehen 100 nach athen
!
in matala gibts trick 17: unser kartenlesegerät ist gerade defekt! dann beginnt das taktieren; ich: sorry, kein bargeld; kellner: no problem, da vorne steht ein bankomat (direkt im gastgarten
, incl. gebühr) ; kellner gewinnt immer
, war aber die einzigste ausnahme, essen auch in matala sehr gut und preislich im rahmen.
das ideale moped für unsere zwecke ist eugens cfr rally. sie ist leicht und wendig und lässt sich immer gut beherrschen. auch auf der strasse ist es verblüffend, wie lustig 27 ps sind. das teil hat definitiv charakter und hohe sympathiewerte. nur die üppige federung ist auf der strasse zu weich-„dromedar“, und die bremsen sind schwach. verbrauch 3,2l.
die cf moto 450 rally ist ein unkompliziertes und unaufgeregtes moped. sie hat erstaunlich viel power, zieht gut durch und liegt gut auf der strasse. sitzposition auch auf dauer bequem. ginge auch als reisemobil. wie wenig man braucht, ist schon schräg. sie zieht einen halt nicht gerade in ihren bann.
im dreck geht es mit den 180kg auch noch gut. in wasserlöchern musste ich die tc ausschalten, um aus dem schlamm zu kommen. federung okay, bremsen mau. verbrauch 4,2l.
wir waren durchgehend geflasht und euphorisiert von den wunderbaren eindrücken und voll adrenalin von den fahrerischen herausforderungen. weil wir uns voll aufeinander verlassen können, gab es nie stress oder angst.
nur in matala haben wir zu tief ins glas geschaut, was am nächsten vormittag zu erschwerten bedingungen geführt hat.
kreta hat uns für sich gewonnen ![]()